08.02.2012

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Die Entwicklung der Kartenverlage

Heutzutage ist es möglich im Internet nach Kartenspielen zu suchen und bei Bedarf und Interesse einfach zu bestellen. In der langen Geschichte der Kartenspielherstellung war dies nicht immer möglich - und schon gar nicht für jedermann bezahlbar.

Das genaue Erscheinungsdatum der ersten Spielkarten ist nicht genau nachvollziehbar. Doch über die Verbote Spielkarten zu benutzen und sie herzustellen gibt es ziemlich genaue Angaben. Und verboten konnte nur etwas werden, was schon existierte!

Das erste genau datierte Verbot erging am 23. März 1377 in Italien in der Stadt Florenz. Bald danach häufen sich die Überlieferungen über Verbote in ganz Europa.

Leider sind keine Blätter der ersten Spielkarten erhalten geblieben, doch Fachleute gehen davon aus, daß es zunächst nur handgezeichnete Einzeldecks gab. Da diese in der Herstellung natürlich sehr teuer waren, konnten es sich nur Adlige oder sehr hochgestellte Persönlichkeiten leisten, ein auf Wunsch gefertigtes Kartendeck zu erwerben. Eines der berühmtesten und wertvollsten Kartenspiele ist das Visconti Deck, das der Herzog von Mailand, Filippe Maria Visconti 1415 in Auftrag gab.

Trotz aller immer wieder auftauchenden Verbote stieg die Nachfrage nach Kartendecks immer mehr und - auch dies ist wieder eine Vermutung - so fertigten sich die damaligen Kartenmacher wohl eine Paus-Kopie an und für die Kolorierung eine Schablone. Damit konnte in der Herstellung schon viel Zeit gespart werden und die zahlungskräftigen Reichen Leute hatten auch die Möglichkeit sich mit diesem Luxus zu umgeben.


Doch von der Leidenschaft des Kartenspiels wurde auch der kleine Mann auf der Strasse befallen. Die geschäftstüchtigen Kartenmacher der damaligen Zeit sahen in den einfachen Leuten ein großes Kundenpotential und ersannen immer feinere Methoden Kartendecks schnell und weniger kostenintensiv herstellen zu können.

Mitte des 15. Jahrhundert kam es dann zu der bedeutenden Entwicklung des Holzschnitt-Verfahrens und wahrscheinlich fast zeitgleich die Herstellung der Karten mittels Kupferstichen. Somit wurde im 15. und 16. Jahrhundert der Weg für die Massenherstellung von Kartendecks geebnet.

Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Lithographie entwickelt und nun konnten Karten tatsächlich in hoher Auflage fast maschinell in gleichbleibender Qualität hergestellt werden. Die Technik der Lithographie bestand aus Steinplatten die in einem bestimmten Verfahren mit Farbe beschichtet wurden und durch Hebeldruck wurde die Farbe auf die Karten gepresst. Durch die erhöhten Auflagen konnte der Preis eines einzelnen Decks gedrosselt werden und immer mehr normale Bürger konnten sich ein Kartenspiel leisten.

Bis in die zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts wurde diese Technik verwendet bis sie dann von dem noch heute üblichen Verfahren des Offset-Drucks abgelöst wurde.



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